Part 4 – Weltuntergang im Donaudelta

Am naechsten Tag stand ich schon mit dem Morgengrauen auf. So schnell wie an diesem Tag hatten wie  unseren braunen Palast (Zelt) noch nie abgebaut.
Dann machten wir uns auf die Suche nach einen Einkaufszentrum, um das Starterkit fuer die beiden Fellnasen zu kaufen. Ueberraschenderweise gab es nur Hundefutter. Die Auswahl an Halsbaendern und Leinen war sehr eingeschraenkt. Entweder gab es alles in mini fuer kleine Schosshuendchen ala Chihuahua mit viel Glitzer oder in XXL fuer grosse Kampf/Wachhunde der Marke Stachel- oder Wuergehalsband. Leckerlis, Hundebettchen, Spielzeug und Flohspray gab es ebenfalls nicht. Gluecklicherweise gab es in dem Center noch einen Pet-Shop. Allerdings mussten wir bis 10.00 Uhr warten, was gar nicht in unseren Zeitplan passte. Aber auch hier gab es nur 1 Meter Leinen, so dass wir eine Notloesung kauften und ich mir vornahm zwei 3 Meter Leinen zu knuepfen. Das es selbst in einem Tierladen in Bukarest keine Halsbaender und Leinen fuer mittelgrosse Hunde gab, irritierte uns zutiefst.

Mit sehr gemischten Gefuehlen machten wir uns auf den 700 km langen Weg zurueck ins Donaudelta. Je naeher wir unserem Ziel kamen, desto unruhiger wurde ich. Ich bekam langsam Panik. Sind die Nasen noch frei? Leben sie noch am See? Geht es ihnen gut? Haben wir eine Chance ihnen die Halsbaender und Leinen anzulegen? Werden sie mit uns mitkommen? Ins Auto springen? Im Zelt schlafen? Duerfen wir sie ueberhaupt mit auf die Campingplaetze nehmen? Werden wir sie ueber die Grenze bekommen? Wie werden sie die 2000 km lange Fahrt ueberstehen? Und nicht zuletzt, wie wird es zuhause mit Snoopy aussehen. Diese und hunderte anderer Fragen gingen mir waehrend der Fahrt durch den Kopf. Meine Traenen waren versiegt, nun musste ich mich voll auf die kommenden Aufgaben konzentrieren.

Im Laufe der weiteren Fahrt wurde der Himmel immer dunkler und bedrohlicher. Ich redete auf das Wetter ein, nicht regnen, bitte nicht regnen. Mit Regen wuerde die Anleinphase noch schwieriger werden. Kaum hatten wir das Donaudelta erreicht, ging es los. Innerhalb weniger Minuten wurden Strassen zu Baechen und das Wasser floss 10 – 20 cm hoch durch die Strassen. Zwischenzeitlich war an eine Weiterfahrt nicht zu denken. Ich war verzweifelt. Bei diesem Wetter konnten wir ja nicht einmal unser Zelt aufbauen, geschweige denn die erste Phase der Gewoehnung einleiten. Das Unwetter wollte nicht enden. Spaeter wuerden wir in den Nachrichten lesen, dass leider 3 Menschen aus dem Donaudelta dieses Unwetter nicht ueberlebt hatten 😦

Als es ein wenig ruhiger wurde, fuhren wir weiter. Nach 10 km erwartete uns strahlender Sonnenschein, die Strassen waren trocken. Allerdings kamen die dunklen Wolken bedrohlich hinter uns her. Wir hofften instaendig unseren See vor dem Regen zu erreichen.

Am See angekommen, stieg ich mit zitternden Beinen aus. Mit Leckerlis bewaffnet, begab ich mich auf die Suche. Aber wir konnten unsere Seehunde nicht sehen. Auch auf unserer Rufen hin, kamen sie nicht. Wir blieben 60 Minuten, aber da kam kein Hund. Unruhe machte sich in mir breit. Tausende Gedanken sausten durch meinen Kopf: Sind sie schon eingefangen worden? Gibt es hier ein Tierheim, in dem ich sie suchen kann? Ist ihnen irgendetwas zugestossen? Ich befahl mir ruhig zu bleiben. Da es schon langsam Abend wurde, beschlossen wir erst einmal zum Campingplatz zu fahren und unser Zelt aufzubauen.
Auch hier stand uns eine Aufgabe bevor. Wir mussten die Besitzer fragen, ob wir die Hunde mit auf den Platz nehmen duerfen. Wir hatten mehrere Tage vor Ort als intensive Kennlernphase eingeplant.

Das letzte Mal schienen die Besitzer uns gegenueber sehr reserviert gewesen zu sein. N

achdem wir der Dame vom Zeltplatz erzaehlt hatten, was wir vorhaben, wurde sie gleich viel freundlicher. Sie erzaehlte uns, dass ihr Hund auch ein ehemaliger Streuner war. Sie selbst konnten nicht verstehen, warum ihr Land so mit den armen Hunden umging. Sie erzaehlten uns die Geschichte, warum es so viele Strassenhunde in Rumaenien gibt. Die Besitzerin des Zeltplatzes war Lehrerin, eine gebildete Frau, die unserem Projekt sehr positiv gegenueberstand. Natuerlich durften wir die Fellnasen mit auf den Zeltplatz bringen.

 

Nach dem unser Zelt stand, ging es zurueck zum See.
Schon vom weiten konnten wir sie sehen. Vor Glueck rollten meine Traenen. Allerdings war das Rudel um 3-4 Hunde groesser geworden, was uns spaeter noch einiges an Kopfzerbrechen bereiten sollte. Der weisse Ruede kam laut bellend auf uns zugesprungen. Sie freuten sich uns zu sehen und noch mehr freuten sie sich ueber das Futter. Nach dem wir ueber einen laengeren Zeitpunkt mit ihnen gekuschelt hatten, versuchten wir ihnen die Halsbaender anzulegen. Der Gedanke dahinter war, sie als Hunde mit Eigentuemern zu markieren, damit sie ueber Nacht nicht eingefangen werden wuerden. Es entpuppte sich als kein einfaches Unterfangen. Sobald wir ihren Hals beruehrten, wichen die zurueck. Da ahnten wir schon was auf uns zukommen wuerde. Schlussendlich trugen dann beide ihr Halsband. Der Ruede ignorierte es und die Huendin versuchte es sich initial zu entledigen.

 

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Es wurde Nacht und so beschlossen wir zurueck zum Zeltplatz zu fahren in der Hoffnung sie morgen frueh wiederzusehen ….

 

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