Part 7 – Timisoara

Die Fahrt geht heute nach Timisoara. Ein wenig Nervosität ist schon dabei. Heute sehen die beiden wahrscheinlich zum ersten Mal in ihrem Leben den Tierarzt. Wir waren ein wenig beunruhigt, dass vielleicht eine Erkrankung entdeckt werden könnte und wir die beiden dann nicht mit nach Deutschland nehmen dürften.

Kurz vor Timisoara habe ich erneut Romulus Sale angerufen. Er hat uns die Adresse der Tierarztpraxis genannt und meinte er trifft uns vor der Tür. Es war mit dem Navi gar nicht so schwer die Adresse in der Innenstadt zu finden, so dass wir viel zu früh angekommen waren. Die Praxis lag mitten in einem Wohngebiet. Leika und Henry hatten sich mittlerweile an ihre Halsbänder und Leinen gewöhnt und marschierten fast wie gewöhnliche Haushunde neben uns her. Sobald allerdings ein Auto oder ein Mensch auf uns zukam, zuckten sie zusammen, duckten sich und wollten nicht weiter laufen. Wir setzten uns auf eine Wiese vor der Tierarztpraxis. Ständig kamen Locals auf uns zu und sprachen uns an. Was wir doch für tolle Hunde haben. Wenige gingen irritiert weiter, wenn wir ihnen erzählten, dass die beiden noch vor 4 Tagen als Streuner ihr Leben fristeten. Aber die Großzahl der Menschen setzten sich zu uns und erzählten uns, warum es so viele Streuner in Rumänien gäbe. Sie selbst seien wegen des demnächst zu verabschiedenden Gesetzes  verzweifelt und sie freuen sich, dass wir als Urlauber zwei rumänischen Streunern das Leben retten wollten. Es war für uns ein total komisches Gefühl. Auf der einen Seite wollten so viele rumänische Bürger ein Gesetz, dass die Streuner Rumäniens auf so eine barbarische Weise auslöschen  sollte. Und auf der anderen Seite kamen viele Rumänen auf uns zu und sagten uns, was für tolle Hunde wir doch hätten.

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Irgendwann kam Romulus auf uns zu. Ein sehr entschlossener, Energie ausstahlender Mensch. Er organisierte für uns, dass der Doc unsere beiden Streuner impfte, entwurmte, entflohte sowie untersuchte und chippte. Er selbst musste wieder schnell zurück ins Casa. Er gab uns noch kurz die Wegbeschreibung. Wir wollten unbedingt das Casa Cainelui kennenlernen.

Nachdem die beiden tiermedizinisch ausreisefertig gemacht wurden, machten wir uns auf den Weg zum Casa. Für uns war das Entflohen das Wichtigste. Mit dem Flohspray/Puder hatten wir keine Chance und waren schon übersät von Flohstichen.

Das Casa Cainelui sahen wir schon vom Weiten. Wir waren überrascht, wie modern es aussah. Wir wurden freudig von 20 – 30 Hunden, v.a. Jundhunden und Welpen im Freilauf begrüßt. Romulus machte für uns eine umfangreiche Führung, obwohl er eigentlich keine Zeit hatte. Er zeigte uns mit viel Herzblut das im Rohbau befindliche Klinikum, die Zwingeranlagen und die Freiläufe. Voller Freude holte er uns in einen Zwinger, in dem eine schneeweiße Hündin mit ihren Welpen lag. Er hatte die Familie erst heute gerettet. Wir waren unglaublich begeistert von der Sauberkeit und dem Zustand das Casa`s und der Bewohner. Aber am meisten beeindruckte uns Romulus selbst. Man merkte ihm an, dass er mit jeder Sehne seines Körpers hinter diesem Projekt stand. Das die Hunde sein Leben sind. Auch die Hunde im Freilauf begeisterten uns extrem. Romulus bot uns an, dass wir auf der Wiese vor dem Casa zelten durften. Unser Abendbrot bestand aus frischen Gemüse aus dem Casagarten 😉

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Später am Abend kamen dann extrem nette Helfer des Casa`s mit einer Flasche Selbstgebrannten zu uns und wir hatten einen total tollen Abend mit sehr netten Gesprächen.

Die Nacht war allerdings sehr unruhig, da die Hundis des Casa`s ständig bellten und dadurch unsere beiden Rumänen sehr unruhig wurden.

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Am nächsten Morgen wurden wir zu einem Frühstück ins Casa eingeladen. Nach einem Eintrag im Gästebuch des Casa`s und einer ausführlichen Verabschiederunde machten wir uns auf unseren Weg. Mit uns nahmen wir die unglaublichen Eindrücke aus dem Casa Cainelui und freuten uns, dass es hier vor Ort so tolle Helfer für die Streuner gibt….

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4 Kommentare zu „Part 7 – Timisoara“

  1. Ihr Lieben, dass alles, was ihr geschrieben habt, kann ich so nur unterstreichen!!!! Ich war im März 2015, das letzte Mal im Casa (das war das 5. mal) Ich liebe die Hunde, das Casa (das zum derzeitigen Stand schon viel, viel weiter ist, als auf euren Bildern) und natürlich auch Romulus mit seiner lieben Familie und all die Helfer, die ich bei meinen Besuchen kennen- und schätzen lernen durfte!! Es ist unbeschreiblich, wieviel Herzblut und Emotionen ich mit diesem wunderbaren Projekt verbinde! Auch meine Freundin sowie mein Mann, finden es wunderbar! Ich kann nur jedem raten, fahrt/fliegt selber hin, überzeugt euch mit eigenen Augen, helft mit!! Dort eröffnen sich Möglichkeiten, die eurem Herzen und eurer Seele gut tun. Aktiv für die Hunde tätig zu werden, in einem so gigantisch tollem Ausmaß, dass ist für jeden Tierliebhaber/schützer das nonplusultra!! glg Marion

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  2. Hallo , eine sehr bewegende Geschichte ,die mich oft zum Weinen brachte.
    Auch mich ließen die Straßenhunde von temisvara nicht mehr los.Seit 15 Jahren komme ich regelmäßig ins casa cainelui ,um den Hunden zu helfen.
    Damals entstand gerade das erste „wilde“ Haus des Hundes in einem kleinen Wäldchen.Aber wie waren wir froh, einen Platz gefunden zu haben ,wo wir unsere kleinen gefundenen Schützlinge in Sicherheit bringen konnten.
    Tatkräftig unterstützten wir,meine Tochter und ich ,das Tierheim so oft wir konnten.
    Es hat sich gelohnt ! wenn man jetzt das gepflegte und große neue Tierheim bei pecu nou besuchen kann. Danke an Romulus sale,

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