Part 9 – Drei Fellnasen müssen in die Schule

Zum ersten Mal kamen wir mit drei Fellnasen in unserem Häuschen an. Allerdings traute sich Henry nicht ins Haus hinein. Wir redeten ihm über Minuten gut zu und mussten ihn zum Schluss hereintragen.

Zuhause angekommen, ging der Stress leider weiter. Snoopy hatte zwar mittlerweile Respekt vor Leika bekommen und zwischen den beiden hörte das Rumgezicke auf. Allerdings kam es nun zu einem Testosterongehabe. Die beiden Jungs knurrten sich an, sobald sie in die Nähe des anderen kamen. Wir mussten sehr oft dazwischen gehen, damit es nicht zu einer Beißerei kam. Allerdings konnten wir das leider nicht immer verhindern, sodass beide ihre Narben sammelten. Wir waren total verzweifelt.

20131003_080820

Im weiteren Verlauf äußerten sich im Umgang mit den Rumänen sehr viele Probleme. Leika warf sich jedes Mal, sobald wir in ihre Nähe kamen auf den Boden, drehte sich auf den Rücken, zog den Schwanz ein und pinkelte öfters unter sich. Trotz vieler ruhiger und zu sprechender Worte wollte sie dieses Verhalten nicht ändern. Bei Henry zeigte sich ein ähnliches Verhalten. Dazu suchte er seine Ruhe und verbrachte den Großteil des Tages im ersten Stock, abgeschieden von allen. Beim Fressen bekam Leika ständig Futterneid und biss die Jungs ohne Vorwarnung und knurrte sogar uns an. Wir entschieden uns dann alle drei getrennt zu füttern.

20140621_173301

Dazu kam das Thema Untergrund. Henry hatte vor allen möglichen Untergründen Angst. Holz, Teppich oder Fliesen waren ihm nicht geheuer und er liess sich in den ersten Wochen kaum überzeugen in bestimmte Zimmer/Häuser/Wohnungen zu gehen.

Thema Geräusche: Sobald ein lautes Geräusch auftrat, brachen beide in Panik aus. Henry flüchtete in den hintersten Winkel und Leika fing an zu hecheln und zu zittern. Einmal waren wir im Wald und plötzlich hörten wir in der Nähe einen Schuss. Leika warf sich in ihrer bekannten Pose auf den Boden und lag da. Über eine Stunde lang konnte ich sie nicht überzeugen, wieder aufzustehen und mitzukommen. Henry im Gegenteil wollte panisch weglaufen und hing wie ein Irrer in der Leine.

2014-05-03 14.28.03

Und dann zeigten die beiden auch noch einen extremen Jagdtrieb. Bei uns im Wald/Feld gab es viele Rehe, Wildschweine, Füchse und Hasen. Sobald die beiden Fellnasen eine Fährte schnupperten, äußerten die beiden ihr Jagdgeschrei und zerrten wie wild an der Leine. Snoopy schaute sich dieses Verhalten so langsam ab.

Nun hatten wir das Dilemma. Auf der einen Seite gab es zuhause unter den dreien (oder eher unter den beiden Rüden) nur Stress, so dass wir sie eigentlich so schnell wie möglich trennen wollten. Und auf der anderen Seite waren die beiden Rumänen ziemlich unsozialisiert und traumatisiert. So konnten wir für die beiden mit keinem guten Gewissen eine Familie suchen.

2014-05-03 14.35.43

Ein Plan musste schnellstens her. So suchten wir im Internet nach Hundeschulen und schrieben einige Schulen an und schilderten unser Problem. Leider antwortete nur eine Hundeschule. Warum die anderen an potentiellen Kunden kein Interesse hatten, kann ich nicht sagen. Allerdings habe ich von einer Hundeschule im Berliner Umland gehört, die Exstrassenhunde abgelehnt hatte 😦
Unsere Hundetrainern gab uns strikte Regeln, die wahrscheinlich für uns schlimmer waren, als für die Fellnasen.
Aber unter diesen Regeln wurde das Zusammenleben erträglicher. Langsam machten die Spaziergänge auch wieder Spass, vorausgesetzt wir trafen kein Wild.
2014-04-17 15.39.52
Nach einigen Wochen hatten wir das Gefühl, dass jetzt der passende Zeitpunkt gekommen war um uns von den beiden zu trennen. Unsere Hundetrainerin hatte auch eine Interessentin für Henry. Wir hatten allerdings beschlossen, dass wir aufgrund der engen Bande zwischen Henry und Leika nur beide zusammen abgeben wollten. Und so sagten wir der Interessentin ab. Zum damaligen Zeitpunkt waren unsere Bemühungen ein Zuhause für die beiden zu finden sehr minimalistisch.

Wir konnten zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen, was für eine Riesenüberraschung in den nächsten Wochen auf uns wartete…..

20131101_133258

3 Kommentare zu “Part 9 – Drei Fellnasen müssen in die Schule”

  1. Der Blog ist echt toll. Meine Hochachtung für die Rettung, das muss man sich trauen. Leika erinnert mich an meinen eigenen Hund, die sehen sich ziemlich ähnlich. Meiner kommt aus Kroatien. Wie ist es mit den beiden weiter gegangen?

    Gefällt mir

    1. Liebe Johanna. Vielen Dank fuer dein Feedback. Ich erzaehle jede Woche einen weiteren Teil. Als kleinen Vorgeschmack auf dieses Wochenende, der Untertitel heisst: sieben auf einen Streich! Ist deine Kroatin/Kroate ein Tierschutzhund? Ganz liebe Gruesse

      Gefällt mir

      1. Dann werde ich ab jetzt jede Woche mitlesen. Bin grade erst auf diesen Blog gestoßen. Eine wunderschöne Geschichte. Ja, mein Kroate ist ein Tierschutzhund. Er war in einer Tötungsstation in Vincovci, ganz im Osten des Landes, und wurde von einer Tierschutzorganisation vermittelt. Leider kann ich hier kein Foto im Kommentar einfügen. Er hat auch diese Knickohren mit Puscheln.

        Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: